Experten-Tipps: So gelingen analoge Foto-Experimente (Spiegel Online, 29.7.2009)

Experten-Tipps

So gelingen analoge Foto-Experimente

Alle Welt fotografiert digital, doch experimentierfreudige Hobbyfotografen schaffen mit Filmen und Analog-Kameras vom Flohmarkt außergewöhnliche Bildeffekte. Knallige Farben, hoher Kontrastumfang, surreale Rottöne – wie das funktioniert, verraten die Analog-Knipser auf SPIEGEL ONLINE.

Spiegel Online, 29.7.2009

Bei Tageslicht liefert jede digitale Kompaktkamera im Automatik-Modus ganz ordentliche Bilder – durchgehende Schärfe, keine Überbelichtung, natürliche Farben, kein übermäßig hoher Kontrastumfang. Vor 50 Jahren haben Freizeit-Fotografen von so verlässlicher Technik geträumt. Heute langweilt die Flut digitaler Schnappschüsse mit uniformer Ästhetik.

Kein Wunder, schließlich optimiert die Automatik Fotos auf eine als Ideal vorgegebene Bildnorm. Aus dieser perfekten Gleichförmigkeit stechen Analogaufnahmen mit sichtbarem Filmkorn und knalligen Farben heraus. Eine kleine Industrie bedient den Analog-Markt und Retromarkt: Polaroid-Fans basteln am Comeback des Sofortbildfilms, die Lomographische AG aus Wien verkauft seit Jahren neue Analog-Kameras nach sowjetischer Bauart – mit deutlich zweistelligem Zuwachsraten 2007 und 2008. Mit 16 Millionen Euro Umsatz rechnen die Kamera-Verkäufer 2009.

Wie schaffen die Lomo-Knipser diese tollen Farbeffekte? Welche Filme verwenden sie? SPIEGEL ONLINE hat weltweit Analog-Knipser befragt – und verrät ihre besten Tipps.

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Wann lohnt es sich, auf Film zu fotografieren?

„Immer. Wenn man Spaß haben, experimentieren und Fotos machen will, die anders aussehen. Wer keine Lust hat, große, teure und schwere Digitalkameras mit sich herumzuschleppen und viel Zeit mit digitaler Bildbearbeitung zu verbringen. Ich fotografiere fast nur auf Film, die kleine Lomo LC-A habe ich immer dabei. Ich habe auch eine digitale Kompaktkamera, aber die benutze ich kaum. Ich habe nichts gegen Digitalfotografie, ich liebe einfach die Magie alter Filmaufnahmen.“

Hugo Pereira (31, CAD-Designer, Marinha Grande, Portugal)

„Jeden Tag. Und es lohnt sich für jeden. Denn auf Film zu fotografieren ist überraschend, die Ergebnisse sind unvorhersehbar. Es ist ein Vergnügen, später eine einmalige Aufnahme auf den Abzügen zu entdecken.“

Stéphane Heinz (35, Geschichts- und Erdkundelehrer in Nizza)

„Ich fotografiere analog mit einer Polaroid-Kamera. Das empfehle ich allen, die mit den eigenen Händen an einer Aufnahme arbeiten, sie öffnen und bearbeiten wollen. Die Polaroid SX-70 und die entsprechenden Filme sind das beste Werkzeug dafür.“

Filippo Centenari (30, Designer, Cremona, Italien)

Welche Kameras sind empfehlenswert?

„Meine Alltags-Kamera ist die Lomo LC-A – klein, praktisch, für jede Situation geeignet. Ich habe sie so gut wie immer dabei und fotografiere nur analog, nie digital. Ich habe noch etwa 40 andere Kameras, aber die Lomo LC-A (Neupreis 250 Euro) ist meine Lieblingskamera. Die Horizon Kompakt (Neupreis 250 Euro) mag ich für Landschaftsaufnahmen, die Mittelformatkamera Lubitel 166 Universal für Porträts. Ich habe vielleicht ein Drittel meiner Kameras neu bei der Lomographischen AG gekauft, die anderen zwei Drittel auf Flohmärkten oder bei Ebay.“
Stéphane Heinz

„Ich habe mir als erstes die Lomo Supersampler ( Neupreis 50 Euro, die Kamera hat vier Linsen, die mit leichter Zeitverzögerung vier Fotos auf einen Filmabschnitt belichten) gekauft, weil ich etwas anderes als die üblichen Urlaubsfotos machen wollte. Diese kleine billige Plastikkamera hat mich dann für analoge Fotografie angefixt.

Heute habe ich meistens drei Kameras dabei. Die Lomo LC-A, die Supersampler für Fotos von Bewegung bei Tageslicht und die Lubitel 166 für Mittelformat-Film oder Aufnahmen auf 35-mm-Kleinbildfilm mit den Filmtransportlöchern.

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Die LC-A ist meine Alltagskamera – klein genug für die Jackentasche, bei Tageslicht und nachts zu gebrauchen. Nachts benutze ich die LC-A mit Farbblitzen – die Effekte sind immer toll. Ich habe inzwischen noch viele andere Spielzeug-, Sucher-, und Mittelformatkameras. Die meisten habe ich auf Flohmärkten und in kleinen Fotoläden gekauft. Da sind die Geräte meistens günstig und in gutem Zustand. Warum sollte man neue Kameras kaufen, wenn so viele großartige herumliegen?“
Hugo Pereira

Worauf muss man beim ersten Film-Versuch achten?

„Eine Analogkamera mit Belichtungsautomatik wie die LC-A kann man wie eine Digitalkamera nutzen, wenn man will. Also: Entweder den ISO-Wert des Films einstellen und drauf los fotografieren und später nachdenken. Oder man nimmt sich Zeit, plant die Aufnahmen vorm Auslösen genau. Ausprobieren, welche Technik einem liegt. Überhaupt: Man sollte sich nicht von irgendwelchen Dogmen einschränken lassen, sondern viel experimentieren – mit Filmmaterial, Blitztechniken, Entwicklungsmethoden, Mehrfachbelichtungen und Kameras.“
Hugo Pereira

„Man sollte sich unbedingt einmal mit den manuellen Einstellmöglichkeiten bei Kameras (Blende, Verschlusszeit – siehe Kasten unten) vertraut machen. Am besten experimentiert man damit ein wenig, idealerweise mit einer analogen Spiegelreflex. Das mag am Anfang einschüchtern sein, aber wenn man damit einmal zurechtkommt, hat man viel Spaß.“
Daniel Y. Go (42, Ingenieur, Manila Philippinen)

„Polaroid-Sofortbildfilme sind teuer. Das hat mich gelehrt: Geduld führt immer zu einem interessanteren Bild. Wer ein besonderes Motiv gefunden hat, sollte auf den richtigen Zeitpunkt warten.“
Randolph Barry, 29, Marktforscher, New Mexico

Welches Filmmaterial bringt tolle Effekte?

„Unbedingt mit Schwarzweißfilmen und Farbfiltern beim Aufnehmen experimentieren. Das hat mich viel über Licht gelehrt. Redscale- und Umkehrfilme sind immer lustig, weil sie die Realität schneller und stärker verzerren als alles andere. Fotografie ist nie ein natürlicher Prozess.“
Paolo Degasperi (37, Architekt, Bassano del Grappa, Italien)

„Ich mag zwei Filmtypen besonders: Umkehrfilme, weil der Kontrastumfang höher ist und die Farben stärker wirken als bei Negativfilmen. Vor allem, wenn man den Umkehrfilm als im C41-Negativverfahren entwickeln lässt – die sogenannte Crossentwicklung. Die Farben sind satt und knallig, der Kontrast hoch, die Ergebnisse wirken manchmal surreal. Außerdem nutze ich sehr gern Redscale-Filme. Das sind umgedrehte Negativfilme – die Rückseite des Films zeigt hier zum Objektiv und wird belichtet. Lässt man diese Filme im C41-Verfahren entwickeln, erhält man Abzüge mit wunderbar warmen Rot-, Orange- und Gelbtönen.“
Stéphane Heinz

„Crossentwicklung ist wunderbar, um Bildern tolle Farben mit einem Nostalgie-Effekt zu geben. Fast alle meine Umkehrfilme sind crossentwickelt. Ich fotografiere normalerweise auf 35-Millimeter Film, aber auch andere 35-, 110-, 120-, und 126-Millimeter-Filme. Man sollte alle ausprobieren.“
Hugo Pereira

„Ich fotografiere am liebsten auf Schwarzweißmaterial. Und ich habe das Gefühl, dass 120er-Mittelformat-Film mir mehr Details und Schärfe bietet.“
Daniel Y. Go (42, Ingenieur, Manila Philippinen)

Wie sollte man Filme entwickeln und scannen?“

„Ich entwickle meine Filme nicht selbst. Aber man findet in jeder größeren Stadt ein gutes Labor. Dort kann man auf Wunsch Umkehrfilme im C41-Verfahren entwickeln und die Negative auch direkt scannen lassen, wenn man keinen Negativ-Scanner hat. Negativ-Scans mit 1800 dpi genügen, um die Aufnahmen im Web zu zeigen. Abzüge lasse ich für Geschenke machen.“
Stéphane Heinz

„Die Idee der Lomowall gefällt mir, wo man auf vielen kleinen Abzügen Muster oder sogar ein neues Bild formt.“
Hugo Pereira

„Meine Bilder zeige ich gerne als Drucke. Ich bestelle meistens Lambda-Prints, da werden Digitalvorlagen per Laser auf Fotopapier belichtetet. Den Druck kaschiert der Dienstleister dann hinter Plexiglas und zieht es auf einer Trägerplatte aus Aluminium auf. Ein guter Scan des Negativs oder Abzugs ist dafür essentiell – aber es gibt in jeder Stadt ein gutes Labor, das das für einen erledigen kann.“
(Lambda-Prints digitaler Bilddaten bieten in Deutschland verschiedene Anbieter wie Whitewall und seen.by an. Einen Vergleich von Leinwand-Druckdienstleistern finden Sie hier)
Filippo Centenari

Analoge Foto- Die Fachbegriffe kurz erklärt
Brennweite
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.
Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.
Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).
Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw., siehe SPIEGEL WISSEN).
Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketball-Spiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit
Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Größe der Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.

Verschluss-/Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.
Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5″; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet. Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.
Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.

Schärfentiefe
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint – je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.
Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat, beziehungsweise der Sensorgröße.

Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.
Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann, und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.
Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.

Redscale-Film
Die sogenannten Redscale-Filme sind normale Farbnegativ-Filme, die aber von der falschen Seite belichtet werden. Ein Film besteht aus einer Träger- (dunkelbraun) und einer lichtempfindlichen Emulsionsseite. Normalerweise liegt die Emulsionsseite in der Kamera zur Linse hin, von wo das Licht einfällt und auf mehrere Farbschichten fällt. Der Redscale-Film liegt andersherum, so dass alle Lichtanteile anders als sonst zuerst auf die Rotschicht treffen. Wird ein so belichteter Film im C41-Negativverfahren entwickelt, entsteht je nach Film ein Farbeffekt mit dominierenden Rot-, Braun- oder Gelbtönen. (in der Mitte des Fotos unten ein Redscale-, rechts ein normaler Nagativfilm).

Umkehrfilm
Heißt auch Dia- oder Diapositivfilm. Eigentlich für die Anfertigung von Dias zur Projektion gedachter Filmtyp. Um solche Diapositive herzustellen, werden Umkehrfilme in anderen Verfahren entwickelt als Negativfilme. Ein Vorzug der Diafilme ist der bei Projektion hohe darstellbare Kontrastumfang, also die möglichen Unterschiede zwischen hellen und dunklen Stellen des Bildes. Heute sind bei Analog-Fotografen Umkehrfilme auch wegen der möglichen Farbeffekte bei der Crossentwicklung (siehe unten) beliebt.

Crossentwicklung
Wenn ein Umkehrfilm (siehe oben) im C41-Verfahren, das eigentlich für die Entwicklung von Negativfilmen standardisiert wurde, entwickelt wird (kann man in jedem Labor beauftragen), heißt das Crossentwicklung. Die Farben sind sehr satt und knallig, der Kontrast hoch, die Ergebnisse wirken manchmal surreal.

Rollfilm / Mittelformat
Anders als der weiter verbreitete Kleinbildfilm, der in Patronen oder Kassetten verpackt ist, kommt der Rollfilm auf einer offenen Spule, in einer lichtdicht verschweißten Verpackung. Der meist verwendete Typ 120 wird in Mittelformatkameras eingesetzt. Der Film ist sechs Zentimeter breit und auf einem Papierträger angebracht. Die Kameras belichten meist sechs mal sechs Zentimeter, manchmal auch 4,5 mal 6 oder neun mal sechs – entsprechend passen auf einen 120er-Film dann 12 (6×6) 16 (4,5×6) oder nur 8 (9×6) Bilder. Das Einlegen und Spulen ist etwas schwieriger als bei den Kleinbild-Patronen. Einsteiger irritiert, dass man beim Filmtransport aufpassen muss, wie lange man dreht – die Bildzahl auf der Papierschicht des Rollfilms ist durch ein kleines Fensterchen in der Kamera zu sehen und man muss stoppen, wenn die nächste Bildzahl zu sehen ist.

Kleinbild
Kleinbildkameras heißen die Analoggeräte, die 35-mm-Film belichten. Das belichtete Bildformat ist 3,6 Zentimeter breit und 2,4 cm hoch. Die entsprechenden Filme werden in den bekannten Kleinbildpatronen vom Typ 135 verpackt.