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So alt und männlich sind (viele) deutsche Nachrichtensites

Konrad Lischka
Konrad Lischka
2 minuten gelesen
So alt und männlich sind (viele) deutsche Nachrichtensites

Beim Nieman-Lab sah ich interessante Zahlen: Wie ist der Anteil der Besucher zwischen 18 und 34 am gesamten Publikum von US-Nachrichtenseiten? Bei dieser Zielgruppe ist ein gewichtiger Teil des Werbekuchens – so der Tenor des Textes – neu zu vergeben. Wenn viele Menschen in diesem Alter mehr Zeit mit Onlinemedien verbringen, wird da auch mehr Geld für Werbung ausgegeben. Die in Relation größten Nutzergruppen in der Altersgruppe haben unter den US-Nachrichtenmedien junge (im Vergleich) Marken wie Vice und Buzzfeed.

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Diese Zielgruppe könnte die Bereitschaft der Kapitalgeber erklären, bei diesen werbefinanzierten Onlinemedien Millionen zu investieren. Andersherum gesagt: Wer in Deutschland im Netz etwas auf die Beine stellt, was täglich überproportional viele Unter-30-Jährige lockt, kann auf Werbegeld hoffen.

Wie die Altersverteilung bei Online-Nachrichtensites in Deutschland aussieht, verraten aktuelle AGOF-Zahlen (Befragung von 106.000 Nutzern vom Juli). Hier einige Antworten:

1. Überregionale deutsche Nachrichtenseiten erreichen von jeder Zielgruppe etwas.

Es gibt graduelle Unterschiede, aber kein Angebot mit einem klaren Fokus auf eine bestimmte, gar junge Zielgruppe. So krass wie in den USA sind die Unterschiede nicht. 31,8 % der Leser von SPIEGEL ONLINE sind laut AGOF zwischen 14 und 29 Jahren. Jünger sind Zeit Online (37%), Bild (37,8%) und die taz (44%). Das ist durchweg mehr als in der Basis der AGOF-Untersuchung, aber nicht genug für ein klares, junges Profil. Warum das wichtig ist? Acht große werbefinanzierte Angebote für ein ähnliches Publikum sind vielleicht nicht die beste Idee. Mich hat überrascht, dass die deutsche Huffington Post hier ganz ähnlich wie Spiegel Online abschneidet: Mehr als zwei Drittel der Nutzer beider Angebote sind älter als 30.

2. Alle überregionalen Nachrichtensites haben Männerüberschuss

Bei der Geschlechterverteilung der Nutzer laut AGOF bricht kein Angebot mit dem Trend: Alle haben im Vergleich zur AGOF-Basis (52,5 % männlich) Männerüberschuss.  Zeit Online, Süddeutsche Focus und Stern sind da einer ausgeglichenen Nutzerbasis noch am nahsten.

3. Fernsehen zieht im Netz differenzierte Zielgruppen.

Sicher, es ist ein unfairer Vergleich: Fernsehsender machen weit mehr als Nachrichten und können sich mit viel Spielmaterial ein einzigartiges Profil schaffen. Das machen sie allerdings sehr gut. Im Vergleich zu den Nachrichtensites ist die Vielfalt unterschiedlicher Nutzerdemographien bei den Onlineangeboten der TV-Marken gewaltig.

4. Auffällig: N24, Transfermark, Freitag

Erstaunlich große Nutzergruppen (in Relation) zwischen 14 und 29 Jahren haben in der AGOF-Auswertung einige Online-Marken, von denen ich das nicht vermutet hätte: Der Freitag, Transfermarkt, Spox und N24 (51,3%)! Angesichts des Erfolgs von Sportal, Transfermarkt und Spox in dieser jungen (männlich dominierten) Zielgruppe frage ich mich: Wäre ein Sport-Spin-Off als junge Marke bei den alternden Nachrichten-Dickschiffen nicht eine sehr naheliegende Idee?

5. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Social Traffic und dominierenden Altersgruppen

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6. Altersgruppen aller journalistischen Online-Angebote in der AGOF

DatenvisualisierungMediennutzungOnlinemedien

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